Mit dem Schwert die Bequemlichkeit suchen

Aufmerksame Stille herrscht in der Halle des TSV Rot-Weiss Auerbach, als Großmeister
Georg Krafczyk (10. Dan, Hapkido) mit großem Schwung sein Schwert führt und die
Bewegungsabläufe für die Seminarteilnehmer mit ruhigen Worten detailliert erklärt.

Auf Einladung von Großmeister Dr. Michael Schütz, sportlicher Leiter der Hapkido-Abteilung
und Träger des 7. Dan, lehrte der Kampfkunstmeister aus Erbach im Odenwald
Erwachsenen und Jugendlichen die Grundlagen der Schwertführung – im Stand, in der
Bewegung und bei Drehungen. Schlag- und Blocktechniken wurden zunächst einzeln und
anschließend mit einem Partner geübt. Dabei zeigte sich schnell, dass manche Bewegung
nicht die gewünschte Richtung nahm. „Wir suchen mit dem Schwert immer die
Bequemlichkeit“, erklärte Großmeister Krafczyk seinen Schülern.

Doch wie passen Schwert und Bequemlichkeit zusammen?
Die Antwort liegt in der Bewegungslehre des Hapkido: Bei einem Angriff wird die Bewegung
so geführt, dass sie dem Körper möglichst wenig Widerstand entgegensetzt. Der Schlag des
gegnerischen Schwertes gibt daher die eigene natürliche und effiziente Bewegungsrichtung
vor. Was zunächst ungewohnt erscheint, wird durch konzentriertes Üben zunehmend
selbstverständlich. Schon bald wurde die aufmerksame Stille auf der Matte vom
rhythmischen Klang der aufeinandertreffenden Trainingsholzschwerter unterbrochen.

Den zweiten Teil des Seminars bestimmte der Kurzstock, der sogenannte Danbong. Unter
der Anleitung von Großmeister Michael Schütz übten die Teilnehmer Schlag- und
Blocktechniken auf Kopfhöhe, seitlich am Körper sowie auf Kniehöhe. Auch die Abwehr von
Faust- und Fußtechniken mit dem Kurzstock wurde gemeinsam mit Partner trainiert.
Zum Abschluss konnten die Schüler ihr Können unmittelbar unter Beweis stellen: Ein
Schwarzgurtträger gab eine Abfolge von Schlägen vor, auf die die Teilnehmer mit den zuvor
erlernten Blocktechniken direkt reagieren mussten. Konzentration, Reaktionsfähigkeit und
die richtige Bewegungsrichtung waren dabei gleichermaßen gefragt.

Die beiden Seminarleiter vermittelten den Teilnehmern damit nicht nur neue Techniken,
sondern ermöglichten eine inspirierende Erfahrung mit ungewohnten Bewegungsmustern
und einen Einblick in die vielfältigen Waffentechniken der Hapkido-Kampfkunst – die Bequemlichkeit
dabei stets im Blick.

 

 

 

 

 

 

 

 

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