Kindeswohl im Sport: TSV Auerbach setzt klares Zeichen für Prävention und Handlungssicherheit

Kinderschutz ist im organisierten Sport längst kein Randthema mehr, sondern eine dauerhafte Querschnittsaufgabe. Gerade dort, wo Kinder und Jugendliche sich entfalten, Leistung zeigen, Nähe erleben und Vertrauen aufbauen, braucht es klare Strukturen, verbindliche Regeln und eine gemeinsame Haltung. Vor diesem Hintergrund hat die TSV Auerbach das Thema Kinder- und Jugendschutz in den vergangenen Monaten gezielt weiterentwickelt und bewusst in den Mittelpunkt der Vereinsarbeit gerückt.

Kürzlich erarbeitete die TSV Auerbach ein vollständiges und umfangreiches Kindeswohlkonzept. Dieses Konzept wird in der Mitgliederversammlung im März den Mitgliedern offiziell zur Beschlussfassung vorgelegt. Parallel dazu ist vorgesehen, das Thema Kindeswohl verbindlich in der Vereinssatzung zu verankern, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen dauerhaft als festen Bestandteil der Vereinsarbeit festzuschreiben. Damit schafft die TSV Auerbach klare strukturelle und rechtliche Grundlagen, auf deren Basis Prävention, Sensibilisierung und Handlungssicherheit im sportlichen Alltag nachhaltig umgesetzt werden können.

Workshop als wichtiger Baustein auf dem Weg zum Schutzkonzept

Ein weiterer, zentraler Schritt in diesem Prozess war der Workshop „Kindeswohl im Sport – Handlungssicherheit im sportlichen Alltag“, der am Samstag, den 17. Januar 2026, im Jugendzentrum der TSV Auerbach stattfand. Die Veranstaltung war Teil des Basismoduls „Kindeswohl“ der Sportjugend Hessen, durchgeführt von Referentin Joëlle Hilbert.

Rund 20 Teilnehmende aus verschiedenen Abteilungen nahmen an dem Seminar teil. Die Resonanz war ausgesprochen positiv, insbesondere aufgrund der abteilungsübergreifenden Zusammensetzung. Unterschiedliche Sportarten, Trainingsrealitäten und Erfahrungen trafen aufeinander und ermöglichten einen offenen und konstruktiven Austausch über gemeinsame Herausforderungen und Lösungsansätze.

Referentin Joëlle Hilbert vermittelte die Inhalte des Basismoduls „Kindeswohl“ der Sportjugend Hessen praxisnah und dialogorientiert. Zentrale Themen wie Prävention, Grenzverletzungen und Handlungssicherheit wurden anschaulich erläutert und gemeinsam reflektiert.

 

Im inhaltlichen Teil vermittelte das Basismodul grundlegendes Wissen zu Kinderrechten, zu Grenzsituationen und Grenzverletzungen sowie zu verschiedenen Formen von Gewalt im Sport. Thematisiert wurden unter anderem psychische Gewalt, Vernachlässigung, körperliche Gewalt und sexualisierte Gewalt – auch in jenen Formen, die im sportlichen Alltag häufig unterschätzt oder nicht sofort erkannt werden.

Ein Schwerpunkt lag auf der Prävention. Deutlich wurde, dass klare Regeln, Transparenz im Handeln und eine wertschätzende Kommunikationskultur zentrale Schutzfaktoren darstellen. Verbindliche Standards zu Nähe und Distanz, zum Umgang mit sensiblen Situationen wie Umkleiden, Duschen oder Übernachtungen sowie zur Nutzung digitaler Medien wurden dabei als wesentliche Bausteine eines sicheren Vereinsumfelds herausgearbeitet.

Auch der Umgang mit Verdachtsmomenten war Teil des Workshops. Vermittelt wurde ein sachliches, professionelles Vorgehen: Beobachtungen dokumentieren, Ruhe bewahren, keine vorschnellen Bewertungen vornehmen und frühzeitig fachliche Beratung einholen. Der Schutz des Kindes steht dabei stets im Mittelpunkt.

Risikoanalyse: Abteilungen arbeiten praxisnah und gemeinsam

Über die Wissensvermittlung hinaus lag ein besonderer Fokus des Workshops auf der Risiko- und Potentialanalyse innerhalb der einzelnen Abteilungen. Ziel war es, mögliche Risikofaktoren nicht abstrakt zu benennen, sondern konkret im jeweiligen Trainings- und Vereinsalltag zu identifizieren.

Dabei wurden organisatorische Strukturen, Kommunikationswege, Zuständigkeiten, räumliche Gegebenheiten und die gelebte Vereinskultur in den Blick genommen. Ebenso wurden typische Situationen wie Einzeltrainings, 1:1-Konstellationen, Fahrgemeinschaften, Umkleidesituationen oder digitale Kommunikation reflektiert. Ergänzt wurde dies durch den Blick auf unterschiedliche Zielgruppen und individuelle Schutzbedarfe.

Gerade der Austausch zwischen den Abteilungen erwies sich als besonderer Gewinn. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie durch die Perspektiven anderer Sportarten neue Impulse erhalten und eigene Abläufe kritisch hinterfragt haben. Die Risikoanalyse wurde dabei nicht als Kontrollinstrument verstanden, sondern als gemeinsamer Entwicklungsprozess zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung.

Abteilungsübergreifender Austausch als zentraler Mehrwert: Die Teilnehmenden brachten unterschiedliche Perspektiven, Sportarten und Rahmenbedingungen ein. Gerade dieser Blick über den eigenen Tellerrand hinaus wurde als besonders gewinnbringend wahrgenommen.

 

Die fachliche Qualität und die praxisnahe Vermittlung der Inhalte wurden von den Teilnehmenden ausdrücklich hervorgehoben. Joëlle Hilbert verstand es, die sensiblen Themen des Kindeswohls fundiert, verständlich und zugleich mit großer Nähe zur Vereinsrealität zu vermitteln und die Teilnehmenden aktiv in die Diskussionen einzubinden.

Ein besonderer Dank gilt Nicole Lenhart und Irene Wimmer, die den Workshop organisiert, vorbereitet und begleitet haben und damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendschutzes in der TSV Auerbach geleistet haben.

Die gewonnenen Erkenntnisse und die intensive abteilungsübergreifende Zusammenarbeit bilden eine solide Grundlage für die weitere Arbeit. Mit Blick auf die anstehende Mitgliederversammlung im März unterstreicht die Veranstaltung den Anspruch der TSV Auerbach, Kinderschutz nicht nur formal zu regeln, sondern nachhaltig und wirksam im Vereinsalltag zu verankern.

Die visuelle Struktur des Workshops machte deutlich, worum es geht: Kinderrechte, Prävention, Intervention und Risikoanalyse als zusammenhängender Prozess. Ziel war es, eine „Kultur des Hinsehens“ zu stärken und Kindeswohl dauerhaft im Vereinsleben zu verankern.

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