Bündnistreffen „Safe Kids“: Kinder und Jugendliche im Sport schützen, stärken und beteiligen

Wie können Sportvereine Kinder und Jugendliche nicht nur schützen, sondern auch stärken und aktiv beteiligen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Bündnistreffens „Safe Kids – Kindeswohl im Sport“, das am 25. April 2026 bei der SG Arheilgen in Darmstadt stattfand. Unter dem Motto „Für euch! Mit euch! Gemeinsam Kinder und Jugendliche stärken“ kamen Engagierte aus Sportvereinen, Sportkreisen und Verbänden zusammen, um sich über Kinderrechte, Kindeswohl und Beteiligung im Sport auszutauschen.

Nach der Begrüßung durch die Sportjugend Hessen führte ein interaktiver Einstieg in das Thema Kinderrechte ein. Dabei wurde deutlich: Kindeswohl im Sport beginnt nicht erst im Verdachts- oder Krisenfall, sondern im Vereinsalltag. Es zeigt sich im Training, bei Freizeiten, in der Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen, in der Haltung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern sowie in der Frage, ob junge Menschen mit ihren Anliegen, Grenzen und Meinungen ernst genommen werden.

Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war der „Markt der Möglichkeiten“. Dort wurden verschiedene Materialien, Methoden und Praxisideen vorgestellt, mit denen Kinderrechte und Kindeswohl in Vereinen sichtbar und besprechbar gemacht werden können. Dazu gehörten unter anderem das Wimmelbild „Kinder- und Jugendrechte im Sport“, Anregungen für Infostände, Mitmachaktionen sowie Materialien, die Kindern und Jugendlichen ihre Rechte im Sport näherbringen. Ziel solcher Ansätze ist es, nicht nur Erwachsene zu sensibilisieren, sondern auch Kinder und Jugendliche selbst zu stärken und mit ihnen über ihre Rechte, Grenzen und Beteiligungsmöglichkeiten ins Gespräch zu kommen.

Am Nachmittag wurden vier Workshops angeboten. Im Workshop „LautStark“ ging es um praktische Methoden, mit denen Kinder und Jugendliche für Themen rund um Kindeswohl im Sport sensibilisiert werden können. Der Workshop „Wem gehört die Zukunft?“ stellte die Perspektiven junger Menschen in den Mittelpunkt und fragte danach, was sie brauchen, um mit ihren Wünschen, Ideen und Anliegen wahr- und ernstgenommen zu werden. Im Workshop „Ansprechbar sein“ wurde erarbeitet, wie Ansprechpersonen im Kindeswohl für Kinder und Jugendliche sichtbar, erreichbar und vertrauenswürdig werden können. Der Workshop „DemokratieWagen! Ein Tank voll Ideen – Beteiligung im Sport neu gedacht“ beschäftigte sich mit der Frage, wie echte Partizipation in Vereinen und Verbänden gelingen kann.

Bausteinturm zu Vereinskultur, Mitbestimmung und Kindeswohl Zum Vergrößern anklicken
Vereinskultur als gemeinsames Fundament

Der Bausteinturm machte anschaulich, wie viele Bereiche im Verein zusammenspielen: Vorstand, Jugendleitung, Übungsleiter:innen, Fortbildungen, Mitbestimmung, Demokratie und Kindeswohl.

Materialien zu Kinderrechten beim Bündnistreffen Safe Kids Zum Vergrößern anklicken
Kinderrechte sichtbar machen

Materialien von Makista und der Sportjugend Hessen zeigten, wie Kinderrechte verständlich vermittelt und Jugendliche in ihrer Rolle gestärkt werden können.

Ideensammlung beim Bündnistreffen Safe Kids der Sportjugend Hessen Zum Vergrößern anklicken
Beteiligung praktisch denken

Beim Bündnistreffen „Safe Kids“ wurden Ideen gesammelt, wie Kinder und Jugendliche im Sportverein gehört, beteiligt und in ihren Rechten gestärkt werden können.

× Bausteinturm zu Vereinskultur, Mitbestimmung und Kindeswohl
Der Bausteinturm machte anschaulich, wie viele Bereiche im Verein zusammenspielen: Vorstand, Jugendleitung, Übungsleiter:innen, Fortbildungen, Mitbestimmung, Demokratie und Kindeswohl.
× Materialien zu Kinderrechten beim Bündnistreffen Safe Kids
Materialien von Makista und der Sportjugend Hessen zeigten, wie Kinderrechte verständlich vermittelt und Jugendliche in ihrer Rolle gestärkt werden können.
× Ideensammlung beim Bündnistreffen Safe Kids der Sportjugend Hessen
Beim Bündnistreffen „Safe Kids“ wurden Ideen gesammelt, wie Kinder und Jugendliche im Sportverein gehört, beteiligt und in ihren Rechten gestärkt werden können.

Ein wiederkehrender Gedanke des Tages war, dass Beteiligung mehr bedeutet als eine nachträgliche Rückfrage zu bereits fertigen Ideen. Kinder und Jugendliche brauchen altersgerechte Informationen, transparente Entscheidungswege und echte Möglichkeiten, sich einzubringen. Zugleich wurde deutlich, dass Beteiligung begleitet werden muss: Erwachsene bleiben wichtige Unterstützerinnen und Unterstützer, sollen aber nicht alles vorgeben. Gute Partizipation braucht Ernsthaftigkeit, Begegnung auf Augenhöhe, Transparenz und die Bereitschaft, jungen Menschen eigene Räume für Mitgestaltung zu eröffnen.

Für Sportvereine ergeben sich daraus konkrete Ansatzpunkte. Ansprechpersonen im Bereich Kindeswohl sollten nicht nur benannt, sondern auch bekannt sein. Kinder und Jugendliche sollten wissen, an wen sie sich wenden können. Ebenso wichtig ist es, Beteiligung im Vereinsalltag praktisch erfahrbar zu machen – etwa bei der Gestaltung von Freizeiten, Camps, Jugendangeboten, Vereinsveranstaltungen oder kleineren Projekten innerhalb der Abteilungen. Neben Training und Wettkampf bieten Sportvereine auch Räume, in denen Gemeinschaft, Verantwortung, Fairness, Konfliktfähigkeit und demokratisches Miteinander praktisch erlebt werden können.

Auch für Vereine in der Bergstraße sind die Impulse des Bündnistreffens von Bedeutung. Unter den Teilnehmenden war unter anderem Michael Kärchner, Vizepräsident der TSV Rot-Weiß Auerbach und Mitglied im Vorstand des Sportkreises Bergstraße. Die behandelten Themen knüpfen an aktuelle Fragen der Vereinsentwicklung an: Wie können Kinder und Jugendliche besser beteiligt werden? Wie werden Schutzkonzepte im Alltag lebendig? Und wie gelingt es, Kindeswohl nicht nur als formale Aufgabe, sondern als Teil der Vereinskultur zu verstehen?

Das Bündnis „Safe Kids“ der Sportjugend Hessen setzt sich dafür ein, Schutz, Förderung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen langfristig und flächendeckend im hessischen Sport zu verankern. Es bringt Engagierte aus Vereinen, Sportkreisen und Fachverbänden mit Fachberatungsstellen, Jugendhilfe, Expertinnen und Experten sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren zusammen. Ziel ist es, Sportorganisationen beim Aufbau wirksamer Strukturen im Kindeswohl zu unterstützen, Wissen zu teilen und Präventionsarbeit in den Vereinen praktisch umsetzbar zu machen.

Das Bündnistreffen in Darmstadt zeigte dabei deutlich: Kindeswohl im Sport ist kein isoliertes Einzelthema, sondern berührt viele Bereiche des Vereinslebens – von der Haltung im Training über klare Ansprechwege bis hin zu echter Beteiligung junger Menschen. Für Vereine bietet das Thema damit nicht nur eine fachliche Verpflichtung, sondern auch eine Chance, ihre Strukturen weiterzuentwickeln und Kinder und Jugendliche im Sport nachhaltig zu stärken.

 

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