Sporthallen-Gipfel in Bensheim: Vereine werben für gemeinsame Lösungen

Fünf Bensheimer Sportvereine haben beim Sporthallen-Gipfel auf die angespannte Hallensituation aufmerksam gemacht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Schul-, Breiten- und Leistungssport in Bensheim künftig besser zusammengedacht werden können.

Beim Bensheimer Sporthallen-Gipfel in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums haben die DJK-SSG Bensheim, die TSV Rot-Weiß Auerbach, der TV Bensheim, der VfL Bensheim und der VfR Fehlheim gemeinsam die aktuelle Hallensituation dargestellt. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Stadt Bensheim und Kreis Bergstraße.

Die fünf Vereine stehen zusammen für mehr als 8.000 Mitglieder, darunter über 4.500 Kinder und Jugendliche. Jede Woche finden in ihren Abteilungen mehr als 1.250 Zeitstunden Training statt – hinzu kommen Spiel- und Wettkampfbetrieb.

Stadt wächst, Hallenangebot bleibt zurück

Die zentrale Botschaft des Gipfels war klar: Bensheim wächst, die Mitgliederzahlen der Vereine steigen, die Zahl der Schulklassen und Mannschaften nimmt zu – das Hallenangebot wächst jedoch nicht im gleichen Maße mit. Daraus entsteht ein Defizit, das im Alltag längst spürbar ist.

Konkret bedeutet das: große Kinder- und Jugendgruppen in einem Hallendrittel, Schulklassen auf begrenzter Fläche oder mehrere Mannschaften, die sich eine Halle teilen müssen. Das führt zu weniger Bewegung, geringerer Trainingsqualität und einem höheren Verletzungsrisiko. Hinzu kommen bauliche und technische Probleme in bestehenden Hallen, etwa sanierungsbedürftige Böden, Temperaturprobleme, fehlende Tribünen oder unzureichende Rahmenbedingungen für Wettkampf- und Leistungssport.

Ein Schwerpunkt des Gipfels war die Kommunikation zwischen Vereinen, Schulen, Stadt und Kreis. Aus Sicht der Vereine reicht es nicht aus, erst dann informiert zu werden, wenn wesentliche Planungen bereits abgeschlossen sind. Wer Hallen täglich nutzt, sollte frühzeitig eingebunden werden – besonders bei Sanierungen, Ersatzlösungen oder neuen Hallenkapazitäten.

Dabei geht es weniger um formale Zuständigkeiten als um praktikable Lösungen. Für die Vereine ist im Alltag zweitrangig, ob eine Halle der Stadt oder dem Kreis gehört. Entscheidend ist, ob sie funktioniert, verfügbar ist und den Anforderungen von Schul-, Breiten- und Leistungssport gerecht wird.

Sporthallen-Gipfel · 28. April 2026

Zahlen, Daten, Fakten zur Hallensituation in Bensheim

Fünf Bensheimer Sportvereine haben beim Sporthallen-Gipfel gemeinsam aufgezeigt, welche Bedeutung der organisierte Sport für die Stadt hat – und warum verlässliche Hallenkapazitäten für Schulen, Vereine, Kinder und Jugendliche so wichtig sind.

Die DJK-SSG Bensheim, die TSV Rot-Weiß Auerbach, der TV Bensheim, der VfL Bensheim und der VfR Fehlheim haben ihre Situation gemeinsam dargestellt. Im Mittelpunkt standen die tägliche Nutzung der Hallen, steigende Mitgliederzahlen und die Frage, wie Schul-, Breiten- und Leistungssport künftig besser zusammengedacht werden können.

Die Botschaft der Vereine war klar: Bensheim wächst, die Nachfrage nach Sportangeboten steigt – doch die vorhandenen Hallenkapazitäten wachsen nicht im gleichen Maße mit.

  • mehr Kinder, Jugendliche, Schulklassen und Mannschaften
  • zu wenige und teilweise zu kleine Hallenflächen
  • sanierungsbedürftige Hallen und mögliche Ausfälle durch Bauarbeiten
  • erschwerte Bedingungen für Training, Spielbetrieb und Wettkampfsport
5 Sportvereine traten beim Gipfel gemeinsam auf.
8.000+ Mitglieder werden durch die beteiligten Vereine vertreten.
4.500+ Kinder und Jugendliche treiben in diesen Vereinen Sport.
1.250+ Zeitstunden Training finden jede Woche statt – zusätzlich zu Spielen und Wettkämpfen.
Gemeinsame Zielrichtung: frühzeitige Einbindung der Vereine, regelmäßiger Austausch zwischen Stadt, Kreis, Schulen und Vereinen sowie langfristige Lösungen für moderne und verlässliche Sporthallenkapazitäten in Bensheim.
Sporthallen Vereinssport Jugendarbeit Ehrenamt Bensheim

Steuerungsgruppe als konkreter nächster Schritt

Positiv aufgenommen wurde der Vorschlag von Bensheims Erstem Stadtrat Frank Daum, den Austausch künftig in einer festen Runde fortzuführen. Die Bildung eines Gremiums mit Vertreterinnen und Vertretern von Kreis, Stadt und Vereinen könnte helfen, Informationen früher zu bündeln, Bedarfe besser abzustimmen und Planungen transparenter zu machen.

Aus Sicht der beteiligten Vereine wäre eine solche Steuerungsgruppe ein sinnvoller nächster Schritt. Sie könnte dazu beitragen, nicht nur über bestehende Engpässe zu sprechen, sondern Sanierungen, Übergangslösungen und langfristige Hallenbedarfe gemeinsam vorzubereiten.

Besonders greifbar wurde die Problematik am Beispiel der Weiherhaushalle. Für die Vereine stellen sich hier zentrale Fragen: Wann wird saniert? Wie lange dauert eine mögliche Bauphase? Wo können Training und Spielbetrieb währenddessen stattfinden? Und wie kann auch leistungsorientierter Sport in dieser Zeit weitergeführt werden?

Beim Gipfel wurde deutlich, dass kurzfristig offenbar nicht mit einer Sanierung zu rechnen ist. Gleichzeitig müssten sich Vereine im Falle einer späteren Maßnahme auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Als mögliche Übergangslösung wurde unter anderem eine Traglufthalle angesprochen. Eine solche Lösung kann für den Schulsport hilfreich sein, ersetzt aber nicht automatisch eine vollwertige Sporthalle für Trainings-, Spiel- und Wettkampfbetrieb.

Gerade deshalb ist eine frühzeitige Abstimmung wichtig. Wenn Ausweichzeiten erst gesucht werden, sobald eine Sanierung unmittelbar bevorsteht, geraten Vereine, Schulen und Mannschaften gleichermaßen unter Druck.

Gemeinsame Verantwortung für gute Sportbedingungen

In der Diskussion wurden auch die Rahmenbedingungen deutlich. Der Kreis ist als Schulträger zunächst für Schulsporthallen zuständig. Gleichzeitig werden diese Hallen täglich auch von Vereinen genutzt. Größere oder höherwertig ausgestattete Hallen, die auch für leistungsorientierten Vereinssport, Wettkämpfe oder größere Zuschauerzahlen geeignet sind, werden deshalb nur gemeinsam gedacht werden können.

Dazu gehören Kooperationsmodelle zwischen Kreis, Stadt und Vereinen ebenso wie eine faire Diskussion über Finanzierung, Nutzung und Verantwortung. Sportvereine leisten bereits heute enorme ehrenamtliche, soziale und pädagogische Arbeit. Diese Leistung lässt sich nicht einfach in Euro gegenrechnen, ist aber ein starkes Argument dafür, die Vereine bei Zukunftsfragen des Sports frühzeitig einzubeziehen.

Die Vereine haben beim Gipfel nicht nur Probleme benannt, sondern auch Zielbilder beschrieben. Als Mindestlösung wurde eine moderne Dreifeldhalle genannt, die ausreichend große Spielflächen, mindestens acht Meter lichte Höhe, leistungsfähige Beleuchtung, Tribüne, Internetzugang sowie Verkaufs- und Aufenthaltsmöglichkeiten bietet.

Als optimale Lösung wurde eine Vierfeldhalle skizziert, die auch höhere sportliche Anforderungen erfüllt: mit größeren Spielflächen, Tribünen auf beiden Seiten, Platz für etwa 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, schnellem Internet für Ergebnis- und Streamingdienste, Schulungsräumen und zusätzlichen Trainingsbereichen.

Solche Anforderungen sind keine überzogene Wunschliste. Sie beschreiben, was moderne Sportstätten leisten müssen, wenn sie über viele Jahre hinweg für Schule, Vereinssport, Wettkämpfe und Stadtgesellschaft funktionieren sollen.

Konstruktiver Auftakt mit klarem Auftrag

Der Sporthallen-Gipfel hat gezeigt, dass die Herausforderungen gesehen werden. Zugleich wurde deutlich: Schnelle bauliche Lösungen sind nicht einfach umzusetzen. Hallenbau, Sanierungen, Finanzierung, Flächenfragen und Zuständigkeiten sind komplexe Themen, die nicht an einem Abend gelöst werden können.

Umso wichtiger ist das Signal, den Dialog fortzusetzen. Wenn die vorgeschlagene Steuerungsgruppe zeitnah eingerichtet wird und regelmäßig tagt, kann daraus ein verlässlicher Rahmen entstehen, um die Hallensituation in Bensheim gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die beteiligten Vereine haben ihre Bereitschaft signalisiert, sich konstruktiv einzubringen – mit Erfahrung aus dem täglichen Trainings- und Spielbetrieb, mit sportfachlicher Expertise und mit ehrenamtlichem Engagement. Der Sporthallen-Gipfel war damit kein Abschluss, sondern ein Anfang: für einen strukturierten Austausch im Interesse der Schulen, der Vereine und vor allem der vielen Kinder und Jugendlichen, die jede Woche in Bensheim Sport treiben.

 

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