Harmonische Jahreshauptversammlung der TSV Rot-Weiß Auerbach

Hallenneubauten für längstens zwei Jahre zurückgestellt

Harmonische Jahreshauptversammlung der TSV Rot-Weiß Auerbach

Auerbach. Nicht  satzungskonform im 1. Quartal, da Corona keine andere Wahl zuließ, fand jetzt am 21. Juni in der Trainingshalle im GGEW-Sportzentrum die ordentliche Jahreshauptversammlung der TSV Rot-Weiß Auerbach statt. In Vertretung des leider erkrankten Präsidenten Günther Kuch begrüßte Vizepräsident Horst Knop als Versammlungsleiter knapp 100 Mitglieder und Gäste. Entschuldigen musste er die komplette Wanderabteilung, die in dieser Woche zu ihrem Jahresausflug in Franken unterwegs ist, was terminlich nicht mehr zu ändern war.

Ehrengäste

Eine persönliche Begrüßung erfuhren Frau Bürgermeisterin Christine Klein, Stadtrat Willi Rothermel und Ortsvorsteher Robert Schlappner. In Vertretung des Landrats war Kreisbeigeordnete Ingrid Schich-Kiefer (Bensheim) gekommen. Der Sportkreis war durch seinen Vorsitzenden Günter Bausewein vertreten. Als besonderen wie ungewöhnlichen Gast bei einer solchen Vereinsversammlung begrüßte Knop den DHB-Vizepräsidenten und Präsidenten des Hessischen Handball-Verbandes Gunter Eckart aus Kirch-Brombach.

In der sich anschließenden Totenehrung gedachte man der 14 im Jahr 2021 verstorbenen Mitglieder, die Horst Knop einzeln mit Namen, Sportart und Länge ihrer Mitgliedschaft würdigte.

Grußworte

Den Reigen der Grußworte eröffnete Bürgermeisterin Klein, die dabei besonders das gute Klima zwischen Stadtverwaltung und Verein betonte. Dies sei das besondere Verdienst von Präsident Günther Kuch, so Klein, dessen kommunikative und kooperative Einstellung ihr jetzt auf Grund seiner schweren Erkrankung doch sehr fehle. Die von ihr gezeigte Betroffenheit und Anteilnahme wurde im weiteren Verlauf in  allen Beiträgen aufgenommen. So auch durch Ortsvorsteher Robert Schlappner, der aber auch explizit auf die herausragenden sportlichen Erfolge des Vereins in den letzten Wochen einging. Sportkreisvorsitzender Günther Bausewein (Fürth) lobte die gewinnbringende Partnerschaft von Sportkreis und Verein, die sich deutlich am Einzug der Geschäftsstelle des Sportkreises ins TSV-Sport- und Bildungszentrum im Weiherhausstadion  manifestiere. DHB-Vizepräsident Gunter Eckart würdigte die Bedeutung der 1. Frauenmannschaft in der Handball-Bundesliga, deren sportliche Heimat ja die TSV sei. Als Präsident des HHV gratulierte er der 2. Frauen-mannschaft zum Aufstieg in die 3. Bundesliga. Die entsprechende Ehrung werde beim Tag der Vereine zeitnah stattfinden. Über seinen weiteren Beitrag berichten wir an anderer Stelle unter Ehrungen..

Grußwort von Bürgermeisterin Christine Klein

Bericht des Präsidiums

„Heute hätte hier unser Präsident Günther Kuch zum 25. Mal seinen Bericht vorgetragen. Dieses Jubiläum blieb ihm heute leider verwehrt“, so Vizepräsident Bernd Linke zum Auftakt des von ihm vorgetragenen Präsidiumsberichtes. Danach erläuterte er die Schritte, die das Präsidium zur Bewältigung dieser Vakanz sofort unternommen hatte und die sich bisher glänzend bewähren.

 Zur Mitgliederentwicklung stellte er optimistisch fest, dass während Corona im Dezember 2021 mit 3.376 Mitgliedern ein Tiefpunkt erreicht war, zum 13.06.22 jedoch bereits eine Erholung auf 3.559 Mitglieder verzeichnet werden kann, womit man wieder bis auf 59 Mitglieder auf den Wert vor Corona heran gekommen ist. Dieser zwischenzeitliche Verlust hatte jedoch auch eine positive Kehrseite, denn das Land förderte die TSV mit 100,00 Euro pro verlorenem Mitglied. Diese Förderung ist an Maßnahmen zur Mitgliederwerbung geknüpft und hier ist man bereits umfassend aktiv geworden.

Die wichtigste Botschaft betraf unbestritten die Aussagen zum geplanten Hallenbau am Berliner Ring. Auf Grund gravierender Änderungen der Rahmenbedingungen im letzten halben Jahr und trotz des nach wie vor großen Hallenbedarfs,  habe das Präsidium folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Wir werden das Bauprojekt 3-Felder-Halle auf Basis der wirtschaftlichen Situation (Baukosten, Inflation, Zinsentwicklung) und den damit verbundenen Risiken für den Verein und unseren Mitgliedern längstens um zwei Jahre zurückstellen. (Einen gleichlautenden Beschluss hatte auch Partner SSG Bensheim in der Vorwoche gefasst.)
  2. Wir werden das Projekt Cheerleader Halle in der momentanen Planung ebenfalls zurückstellen. Um dem hohen Trainingszeitenbedarf gerecht zu werden, suchen wir nach anderen Möglichkeiten für die Abteilung Cheerleading.

Über diese Beschlüsse waren vorab alle Beteiligten in Kenntnis gesetzt worden. Weitere Ausführungen befassten sich mit der Errichtung des Kunstrasen-Kleinspielfeldes durch die Abteilung Fußball, die von Vizepräsident Michael Kärchner angestoßene Kooperation mit NABU und ADFC und dem Einzug des Sportkreises Bergstraße in das TSV-Sport- und Bildungszentrum. Der Bericht schloss mit dem Hinweis, dass eine bereits am 16.01.2020 vom Präsidium beschlossene und wegen Corona bisher ausgesetzte Aufnahmegebühr in Höhe von 15,00 Euro ab  1. September umgesetzt werde.

Berichte kamen aus den Bereichen Präsidium, Vorstand, Jugend. Finanzen und Ältestenrat

Zahlreiche Highlights im Vorstandsbericht

In seinem am Sportgeschehen orientierten ersten Bericht als Vorstandsvorsitzender sprach Dr. Joachim Vogt zunächst die von ihm gemanagte Corona Situation an, in der  zwölf (!) Hessische Verordnungen und Allgemeinverfügungen des Kreises in soweit erfolgreich haben umgesetzt werden können, dass die TSV von einer Komplettschließung der Hallen verschont blieb. Von den wöchentlich 330  Trainingsstunden, zusätzlich ergänzt von vielen Stunden im Außenbereich, werden 200 Stunden in den TSV-Hallen durchgeführt. Ohne die eigenen Sportstätten wäre man dafür auf die kommunalen Sportstätten angewiesen. Das mache deutlich, wie die TSV die öffentlichen Hallen zu Gunsten anderer Vereine nachhaltig entlaste.

Boom an Sporterfolgen auf allen Ebenen

Diese Fülle von Trainingsangeboten plus vielen Trainingstagen und Camps haben, so Vogt, zu tollen sportlichen Erfolgen geführt. Als Beleg führte er ein Dutzend herausragender Ergebnisse der letzten Wochen und Monate an. Daher freue er sich bereits jetzt auf die nächste Sportlerehrung beim Neujahrs-Empfang im Januar 2023.

Soziales Bewusstsein

Vom sozialen Engagement der TSV profitierten die Behindertenhilfe Bensheim durch die Bereitstellung von Räumen, die Afghanische Fußball Gemeinschaft Bensheim bekam Trainingszeiten  für      Futsal, die Caritas wird ab 4.7. täglich Sprachkurse für Ukrainerinnen im „Blauen Zimmer“ abhalten und wie selbstverständlich haben mindestens fünf Flüchtlinge in Sport- und Musikangeboten kostenlose Aufnahme gefunden.

Erfolgreiche Nutzung von Fördermaßnahmen

Eine besondere Stärke der TSV ist seit Jahren die Nutzung externer Fördermöglichkeiten. So wurden von der BASF zwei Programme mit einer Gesamtsumme  von 6.500 Euro gefördert. Über das Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“ konnten das Ostercamp und das nach den Sommerferien anlaufende Konzept der Offenen Sporthallen realisiert werden. Dank Kreis- und Stadtzuschüssen und mit Manpower durch die Abteilungen wurden zwei Renovierungsmaßnahmen erfolgreich zu Ende geführt. Gerade hier habe sich gezeigt, so Vogt abschließend, wie sehr das Motto „TSV – wir sind ein Verein!“  gelte, wenn es darauf ankomme.

Jugend im Aufbruch

Für den beruflich verhinderten Vereinsjugendwart Andreas Runkel verlas das für den Jugendbereich zuständige Präsidiumsmitglied Irene Wimmer dessen Bericht. Darin waren natürlich die Corona-Einschränkungen, die die abteilungsübergreifende Jugendarbeit fast unmöglich machten, der Tenor. Aber jetzt habe man sich wieder getroffen, Gedanken ausgetauscht und mögliche Ziele definiert. Bereits abgeschlossen  in der Planung ist für die Sommerferien der zwei mal  wegen Corona ausgefallene Segeltörn auf dem Ijsselmeer.

Gesunde Finanzen

Richtig gefordert wurde die Aufmerksamkeit und Konzentration aller Anwesenden beim Bericht von Schatzmeister Kamil Ülker. Dabei trug er vor, dass auf der Einnahmenseite bei den Mitgliedsbeiträgen Abstriche gegenüber 2020 zu verzeichnen waren, die aber durch öffentliche Zuschüsse  mehr als ausgeglichen werden konnten. Davon profitierten insbesondere die Zuweisungen an die Abteilungen. Da bei den Ausgaben nichts aus dem Rahmen fiel, konnte man einmal mehr solide schwarze Zahlen schreiben. Wichtigste Herausforderung sei aber sein Ziel, mit dem Abschluss 2026 alle noch aktuell bestehenden Verbindlichkeiten aus den bisherigen Baumaßnahmen abzulösen, ohne dabei die Liquidität des Vereins aufs Spiel zu setzen. Dafür habe er aber mit Erich Hantzsch und Rolf Schulz in der neu gebildeten Finanzkommission beste Unterstützung.

Für die drei Kassenprüferinnen Gisela Friedrich, Erika Wittig und Julia Hanschke bestätigte Hanschke der Kassen- und Buchführung eine sach- und   ordnungsgemäße und daher gut nachvollziehbare Amtsführung. Ihrem Antrag auf Entlastung des Schatzmeisters folgte die Versammlung einstimmig. Mitglied Willi Rothermel stellte anschließend den Antrag auf Entlastung von Präsidium und Vorstand, die ebenfalls einstimmig erfolgte. Zuvor hatte er dem Präsidium Dank und Anerkennung für die unter den erschwerten Bedingungen geleistete Arbeit ausgesprochen, was von der Versammlung mit spontanem Beifall bestätigt wurde.

Ältestenrat neu gewählt

Nach dem wie immer recht kurzgefassten Bericht des Ältestenrats von Rainhard Bauß, was stets als gutes Zeichen zu werten ist, und seiner nicht ganz satzungskonformen Wiederwahl als Vorsitzender, wurden die seitherigen Mitglieder Gisela Friedrich, Renate Marweld, Kornelia Ochs, Karin Schuchmann und Peter Schott in ihrem Amt bestätigt. Ausgeschieden ist auf eigenen Wunsch die langjährige Schriftführerin Heide Kolbe. Dafür wurden Renate Stöhr (BSG) und Willi Rothermel (Handball) neu in das Gremium berufen.

Nach etwas mehr als zwei Stunden schloss Versammlungsleiter Horst Knop eine harmonische wie abwechslungsreiche Jahreshauptversammlung, für deren Bestuhlung die Tischtennisabteilung gewohnt zuverlässig gesorgt hatte.

Bei der Jahreshauptversammlung wurden die neuen Roll-Up Banner präsentiert

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